Was soll Gott sein? Was macht Gott? Eine minimale Annäherung, ohne ihm tatsächlich näher zu kommen, verbunden mit einem Sinn der Existenz.

Der Begriff „Gott“ ist für einen Atheisten gefühlt nicht die beste Wahl, um sich sachlich mit diesem arg religiös geprägten Begriff auseinanderzusetzen, um nach reiflicher Überlegung eine permanente und unendliche Existenz an jedem Ort innerhalb und außerhalb unseres Universums eventuell doch in Betracht zu ziehen und diese dann auch für sich „Gott“ zu nennen. Zu viele biblische Figuren schwirren sofort bei Gedanken über dieses Große Ganze dabei im Kopf umher. Jedoch sind es primär die historischen Darstellungen über Figuren, die doch nichts weiter waren als Lebewesen, die den Menschen auf der Erde – zur genannten Zeit und an beschriebenen historischen Orten – technologisch enorm überlegen waren und sich zur Verkündung ihrer Absichten und Ziele passende Personen ausgesucht hatten. Entweder waren es Personen aus ihren eigenen Reihen (Engel, wobei bei weitem nicht alle von denen „die liebenswerten Engel“ waren) oder auserwählte menschliche Vertreter auf der Erde (Propheten, Messias, …). All deren Chef war Gott (z. B. Jahwe), der sicher kein Mensch der Erde (aber eventuell doch menschenähnlich) war.

Wenn man den ontologischen Gottesbeweis von Anselm von Canterbury heranzieht, nachdem „Gott“ das ist, im Vergleich zu dem nichts Größeres gedacht werden kann, dann kann der o. g. Gott bei weitem nicht die personifizierte gesamte, immerwährende – absolute – Existenz sein. Als Verkörperung dessen verhält er sich dafür, mit Verlaub gesagt, viel zu lächerlich, kriegerisch, unglaubwürdig und vor allem: negativ!

Aber genug von diesen archaischen Vorstellungen.

Voraussetzung für alles Nachfolgende ist, dass die Begriffe „Körper“ und „Geist“ zwingend als eine symbiotische Einheit angesehen werden – in unserem Fall: ein auf der Erde lebender und denkender Mensch – wir.

Machen wir es gleich noch viel kniffliger, weil Folgendes fast ausschließlich nur mit Religion in Verbindung gebracht wird: „Zurück ins Fleisch“ (= Reinkarnation = Wiedergeburt).

Wenn sich der alte bzw. nicht mehr lebensfähige Körper dem biologischen Ende neigt (materieller Tod), wird die Symbiose zwischen Materiellem und Immateriellen (Körper und Geist) beendet. Der materielle Teil löst sich mit der Zeit in der Erde oder durch Feuer auf. Der immaterielle Teil (gern auch die Seele genannt) kehrt jedoch – da er quasi unsterblich ist – zurück in die immerwährende, reine Energie-Welt (da sind auch all seine „Erden-Begleiter“ anzutreffen) und ist wieder frei. Er ist frei vom einschränkenden Körper, frei von unnützen oder falschen Gedanken – und er erfährt, wie er in der letzten Reinkarnation, die immer mit einer fast kompletten geistigen Amnesie über die Energie-Welt verbunden ist, seine Aufgabe „in Symbiose“ gemeistert hat. So stand vielleicht das Erlernen und Einsetzen von Feingefühl und Empathie auf dem Plan, weil dies aufgrund vorangegangener menschlicher Fehltritte immer noch ein Defizit war. Als Hinweise bzw. Wegweiser hat(te) er Bauchgefühl, Intuition (evtl. durch Zwiesprache mit seinem „geistigen Lehrer von oben“) und „Zufälle“ (u. a. bereits in der Energie-Welt arrangierte Treffen mit bestimmten Personen), die bei richtiger Deutung einige Abschnitte des eigenen, aktuellen Erdenlebens geprägt und eventuell nachhaltig in die gewünschte Richtung gelenkt haben (könnten). Grobe Eckdaten für die Wiedergeburt – z. B. die politische und geografische Umgebung und der gewählte Körper -, standen/stehen fest.

Aufgrund der geistigen Amnesie während des zeitweiligen Menschseins (bezogen auf das bewusste Wissen über die immaterielle, quasi ewige Existenz des Geistes in der Energie-Welt), dem aktuellen politischen, regionalen und persönlichen Umfeld und der mangelnden Deutungsfähigkeit der o. g. Wegweiser ist es aber doch der Normalfall, dass sich der angestrebte positive Erfahrungszuwachs nicht (in vollem Umfang) verwirklichen lässt, wenn durch zu starke Fremdbestimmung (bspw. durch Androhungen oder Aufzwingen bestimmter Meinungen oder Glaubenssätze) kein permanent klares und selbstständiges Denken erfolgen kann. Die Auswirkungen sind in all ihren Facetten täglich in den verschiedensten Medien zu sehen und zu hören bzw. selbst erlebbar.

Nochmals einen Schritt zurück. Alle materielle und immaterielle Existenz manifestiert sich durch Erschaffung durch das Große Ganze. Wie dies geschieht, kann der Mensch in seiner o. g. symbiotischen Lebensform (im Normalfall) nicht begreifen. Dafür blockiert der komplex zusammengesetzte Körper den absolut freien Erkenntnisprozess des Geistes.

Da das Große Ganze unendlich ist, existiert es schon immer und für immer. Und genau hier hört unser Verständnis auf und der Glaube an diese absolute „Existenzform“, deren notwendige materielle Ausprägung wir sind, beginnt. Es ist uns – der symbiotischen Lebensform – während des Menschseins und, damit verbunden, dem im tiefsten Inneren einprogrammierten und zwanghaft anzuwendenden Zeitverständnis gar nicht möglich, in Unendlichkeitskategorien zu denken, geschweige denn diese zu begreifen. All unser symbiotisches Denken und Handeln basiert auf der mehr oder weniger stark ausgeprägten Fähigkeit, Dinge nach und nach (besser) zu verstehen und alles/einiges daraus Abgeleitete für die eigene, geistige Weiterentwicklung durch aktive Anwendung weiter zu verwenden. Und das ist nur mit dem Konstrukt der Zeit möglich.

Das Große Ganze produziert immer wieder neue, unreife Seelen, die nur aufgrund des körperlichen Gegenstücks und in Verbindung mit der Zeit reifen können. Ist eine Seele zur vollkommenen Erkenntnis über das Große Ganze gelangt, wird keine Menschwerdung mehr benötigt und sie kann/wird in ihre „Geburtsstätte“ im Großen Ganzen zurückkehren (wollen) bzw. „vorab“ in einem erleuchteteren Zustand als „Lehrer“ die unreiferen Seelen in der Energie-Welt unterrichten bzw. deren gesammelte Erfahrungen (durch ihre symbiotischen Verbindungen) in Lern-Gruppen auswerten.

Das Materielle (unsere physikalisch messbare Welt, unser Universum) ist durch die Energie des Großen Ganzen geformt. Unter dem Mikroskop vergrößert lässt sich feststellen, dass die „materiellen“ Atome doch nur in sich verdrehte Energie sind, egal ob organisch oder anorganisch. So gesehen, kann man den Urknall unseres (aktuellen) Universums – die materielle Notwendigkeit zur Entwicklung der Seelen – als einen „Fingerschnipp“ betrachten, den sehr, sehr weit fortgeschrittene Seelen „ins Leben gerufen haben“. Für uns dehnt es es sich in seiner Unendlichkeit aus und zieht sich irgendwann zusammen. Doch eigentlich ist es ein Nichts in der Unendlichkeit des Großen Ganzen.

Diese komplett selbst formulierten Gedanken basieren fast ausschließlich auf „Das Gott-Geheimnis“ von Ruediger Schache aber primär auf dem Buch von Michael Newton „Die Reisen der Seele“. Befragt wurden Menschen unter Hypnose, indem Sie bis zur Geburt zurückgeführt wurden – und dann noch weiter zurück. Es werden die Tode vor dem aktuellen Leben, der anschließende Weg der Seele zurück in die Energie-Welt, aber vor allem die Zeit zwischen den menschlichen Leben in der Energie-Welt besprochen. Es sind sich immer ähnelnde Aufzeichnungen von Sprachprotokollen. Ich denke, wenn man sich selbst zu solch einer Hypnose hinreißen lässt und sich anschließend die Aufzeichnung des selbst Gesagten anhört, wird der Sinn des menschlichen Lebens/der materiellen Existenz um einiges klarer.

Und trotzdem: „Wer glaubt, die ganze Bandbreite der geistigen Handlung mit dem Licht seines eigenen Bewusstseins erleuchten zu können, gleicht dem, der das Universum mit einer Taschenlampe aufhellen will.“ Aus „The Master Key System“ von Charles F. Haanel.